Genossenschaft

Worum wir uns bemühen:

Den Alltag menschlicher zu gestallten, die Probleme unserer Mitglieder ernst zu nehmen, freundlich zu sein, Lösungen zu finden. Wohnen bei der Genossenschaft hat schon immer mehr bedeutet, als ein Dach über dem Kopf. Denn Genossenschaftswohnungen sind keine Spekulationsobjekte. Das bedeutet wirtschaftlich angemessene Mieten, Dauerwohnrecht und Investitionen in die Objekte und Gemeinschaftseinrichtungen.

Nachkriegsjahre:

Unsere Baugenossenschaft ist aus der Not geboren, ihr Wirken und ihr Erfolg - gerade in schwieriger Zeit - zeigt, dass genossenschaftlich vereint, auch der wirtschaftlich Schwache stark ist.

Die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg ist heute kaum noch vorstellbar. Sie hatte auch in Marktoberdorf und den Landgemeinden katastrophale Ausmaße angenommen. Insbesondere mussten Flüchtlinge und Heimatvertriebene untergebracht werden. Vor diesem Hintergrund entschloss man sich zur Gründung der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschatft Marktoberdorf. Es waren zielstrebige und weitblickende Männer, die auf Initiative des damaligen Landrats Link am 27.10.1948 im Rathaus Marktoberdorf zur Gründung zusammenkamen.
Zu den Männern der ersten Stunde gehörten u.a. Dr.Hans Peter, Sparkassenleiter Walter Keck und Architekt Fritz Holzmann; sie wurden einstimmig in den Vorstand gewählt. Den Aufsichtsrat der neugegründeten Genossenschaft bildeten Regierungsrat Dr. Weber als Vorsitzender, Bürgermeister Anton Schmid, Flüchtlingskommissar Heinz Wundrak, Fabrikant Robert Bloß, Kaufmann Rudolf Jäger und Arbeiter Josef Beranek.
Der Geschäftsanteil je Mitglied wurde mit DM 100. festgesetzt. Wohnungsbewerber hatten drei Geschäftsanteile zu entrichten. Zweck und Ziel der Baugenossenschaft war die Errichtung von Mietwohnungen und Eigenheimen, um für Flüchtlinge und Heimatvertriebene preiswerten Wohnraum zu schaffen. Kein leichtes Vorhaben wenn man bedenkt, daß die neugegründete Genossenschaft weder über Kapital noch über Baugrundstücke verfügte. Auch steckte der öffentlich geförderte soziale Wohnungsbau so kurz nach der Währungsreform in den allerersten Anfängen.
Doch wo ein Wille, da ist auch ein Weg und der hieß: Eigeninitiative und Selbsthilfe.
Nicht zuletzt ist es der Hartnäckigkeit der führenden Kräfte der Genossenschaft zu verdanken, die von Anfang an Nägel mit Köpfen machten.
Am 17.6.1949 erfolgte die Eintragung der Baugenossenschaft am Registergericht Kempten. Am 5.8.1949 erfolgte die Anerkennung als Gemeinnütziges Bauunternehmen. Die Mitgliedschaft im Verband Bayerischer Wohnungsbauunternehmen wurde ebenfalls in die Wege geleitet.
Ein vom Staat beschlossenes Kreditprogramm für Flüchtlinge und Heimatvertriebene begünstigte den Start.

50er und 60er Jahre:

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Die letzte Hürde hieß Bauland, das schließlich von der Marktgemeinde zur Verfügung gestellt wurde. Damit war alles klar, mit dem Bau der ersten 20 Mietwohnungen konnte begonnen werden. Es handelte sich um ein Doppelhaus mit 4 Wohneinheiten, sowie 8 Reihenhäuser mit 16 Wohneinheiten am Grüntenweg in Marktoberdorf. Allen Widrigkeiten zum Trotz - es mangelte an Arbeitsgerät und vielem mehr - setzten die Genossen Stein auf Stein. Baugruben mussten noch mit Spitzhacke und Schaufel ausgehoben werden. Steine und Speis wurden noch im "Vogel" über schwankende Leitern getragen. Wohin man auch blickte, das vierte Nachkriegsjahr brachte eine Wende. Es ging wieder aufwärts, auch die heimische Industrie begann wieder zu produzieren und zog Arbeitskräfte an, vorwiegend Heimatvertriebene. Viele von ihnen kamen von außerhalb und hatten lange Anfahrtswege. Auch für sie mussten Wohnungen geschaffen werden. 1951 entstanden 48 Mietwohnungen in der Saliterstraße, die nur für Pendler, die in Marktoberdorf berufstätig sind, bestimmt waren. Da die Zahl der Wohnungssuchenden ständig weiter stieg, konzentrierte sich die Genossenschaft zunächst vorwiegend auf den Bau von Mietwohnungen. Schon 1949 wurde der Geschäftsbereich der Genossenschaft auf den gesamten Landkreis Marktoberdorf ausgedehnt, so dass Mietwohnungen und Eigenheime in den Gemeinden Obergünzburg, Ronsberg, Immenthal, Biessenhofen, Stötten, Friesenried und Ebenhofen gebaut werden konnten.

Bauliche Vielfalt zeugt von marktgerechten Konzeptionen. Mietwohnungen, Eigenheime und Eigentumswohnungen sind so unterschiedlich gestaltet wie die Wohnbedürfnisse der Menschen.

1973 zum 25 jährigen Jubiläum konnte die Genossenschaft bereits ein beachtliches Bauvolumen vorweisen. In dieser Zeit entstanden:

  • 480 Mietwohnungen
  • 171 Eigenheime
  • 160 Eigentumswohnungen
  • 282 Garagenv2 Tiefgaragen mit 60 Stellplätzen
  • 4 Ladengeschäfte
  • 1 eigenes Bürogebäude mit Werkstatt

Davon wurden 122 Eigenheime veräußert und 130 Eigentumswohnungen verkauft. Darüber hinaus konnten 74 Betreuungsbauten ausgeführt werden.

70er und 80er Jahre:

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Mit diesen Leistungen wurde die Genossenschaft zum größten Bauträger des Landkreises. Steigende Mitgliederzahlen - inzwischen sind es 900 - zeugen von der Attraktivität, die die Genossenschaft bei Wohnungssuchenden genießt. Dabei ist sie ihrem Ziel, breiteste Bevölkerungsschichten mit modernen, preiswerten Wohnungen zu versorgen, ein gutes Stück näher gekommen.
Besonders wirtschaftlich schwache Personenkreise, wie kinderreiche Familien und alte Menschen, fanden in der Genossenschaft einen Partner, der ihre Wohnungsprobleme zufriedenstellend zu lösen weiß. Die Genossenschaft kümmert sich darum, dass der Wohnwert erhalten bleibt und auch das Wohnumfeld gepflegt aussieht. Unterstützt wird sie dabei von Mitarbeitern aus dem Regiebetrieb.

In den 80er Jahren wendete sich die Genossenschaft verstärkt der Bestandspflege und Modernisierung zu. Viele Altbauwohnungen erhielten Gasanschluss und Breitbandkabel fürs Fernsehen:
Für diese und andere Maßnahmen wendete die Genossenschaft beträchtliche Mittel auf.

Das Jahr 1974 war gekennzeichnet von Baupleiten, Hochzinspolitik und Arbeitslosigkeit. Für die Wohnungswirtschaft war es das schwierigste Jahr seit der Währungsreform. Die Bautätigkeit stagnierte, die gestiegenen Preise waren für viele Bauwillige nicht mehr bezahlbar.
Bei Eigentumswohnungen zeichnete sich ein Überhang ab, der nicht mehr zu verkaufen war. Durch eine umsichtige Geschäftspolitik konnte die Genossenschaft das Schlimmste vermeiden. Sie baute zu dieser Zeit kaum noch Eigentumswohnungen.
Für das Eigenheimprogramm, vorwiegend in der Form von Reihenhäusern, gab es noch Interessenten. Besonders schlecht stand es um den Mietwohnungsbau, da lief fast nichts mehr. 1977 hatte der öffentlich geförderte Wohnungsbau einen Tiefpunkt erreicht. Zwangsläufig nahm die Nachfrage nach solchen Wohnungen wieder zu. Nach zähen Verhandlungen mit der Regierung in Schwaben bekam die Genossenschaft grünes Licht für den Bau von 14 öffentlich geförderten Mietwohnungen. Mit Zielstrebigkeit, Ausdauer und hohem Kapitaleinsatz hat die Genossenschaft bei jeder sich bietenden Gelegenheit Mietwohnungsbau betrieben.
Als private Bauträger längst vor den Preisen kapituliert hatten, war sie der einzige Bauträger am Ort, der nicht aufgab. Doch die konjunkturelle Entwicklung blieb auch in den 80er Jahren zunächst rückläufig.

90er Jahre:

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Ende der 80er Jahre schien es, dass der Wohnungsbau insgesamt keine großen Impulse mehr erfahren würde. Doch hunderttausende Spätaussiedler aus den osteuropäischen Staaten, sowie die Wiedervereinigung Deutschlands, veränderten den Wohnungsmarkt erheblich. Allein zwischen 1990 und 1992 wanderten 3,5 Mio. Menschen aus den ehemaligen sozialistischen Ländern nach Deutschland. Darüber hinaus drängten die geburtenstarken Jahrgänge auf den Wohnungsmarkt, was die Situation weiter verschärfte. In der Politik bekam der Wohnungsbau wieder einen hohen Stellenwert. Die Genossenschaft reagierte darauf mit verstärkter Bautätigkeit. Neben vielfältigen Eigentumsmaßnahmen konnte sie auch wieder im Mietwohnungsbau größere Vorhaben realisieren. Denn gerade die Neubürger aus den Ostländern waren in der Regel nicht vermögend. Sie suchten vor allem preiswerten Wohnraum, der nur noch im öffentlich geförderten Wohnungsbau möglich ist.
Die Genossenschaft leistet auch hier ihrer eigentlichen Domäne ihren Beitrag. So entstanden 45 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau in der Ruderatshofer Straße. Weitere 24 Mietwohnungen konnten in Marktoberdorf, Alfons Wanner Straße, erstellt werden. Um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, wurde der Dachgeschoßausbau weiter forciert.
Die von der Genossenschaft erstellten Wohnungen und Eigenheime, werden von der architektonischen Gestaltung, der Bauweise, sowie der hochwertigen Ausstattung hohen Ansprüchen gerecht.

Neubau, Modernisierung und Umweltschutz:

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Das Thema Schadstoffemission und deren Auswirkungen auf unsere Umwelt gewinnt angesichts geschädigter Wälder und negativer Klimaveränderungen (Treibhauseffekt) zunehmend an Bedeutung.
Energiesparen wird somit zu einem wichtigen Faktor bei der Lösung des Umweltproblems.

Die Genossenschaft nutzt deshalb modernste Heiztechnologien, die eine optimale Brennstoffausnutzung gewährleisten. Und das nicht nur bei Neubauten. Auch der alte Bestand von 1950 bis 1970 wird auf dieses Niveau gebracht.
Unser Energiesparprogramm für Bestandswohnungen sieht einen ganzen Katalog von Maßnahmen vor. So erhalten der Großteil der Häuser eine Vollwärmeschutzfassade, aber damit allein ist es nicht getan. Isolierglasfenster werden Zug um Zug ggf. nachgerüstet. Den Abschluss der Sanierung bildet die Optimierung der Heizungsanlage. Unsere Heizkostenstatistiken zeigen deutlich, dass bei den bereits modernisierten Gebäuden hohe Energieeinsparungen zu Gunsten der Mieter erzielt worden sind.

 

Zukunft:

Die Leistungspalette der Wohnungsbaugenossenschaft Marktoberdorf hat sich in den letzten Jahren angepasst. Dabei hat sie aber ihren genossenschaftlichen Auftrag nie vernachlässigt.

Wichtigstes Ziel ist es nach wie vor, breite Bevölkerungsschichten mit ausreichendem Wohnraum zu versorgen. Im Mietwohnungsbereich wird das langfristig angelegte Modernisierungs- und Energiesparprogramm weiter fortgesetzt. Hierbei strebt die Wohnungsbaugenossenschaft nicht nur einen hohen Standard im Wohnkomfort an, sondern sie leistet mit der Reduzierung des Energieverbrauchs unter betriebswirtschaftlichen Aspekten auch einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der Umwelt.

Mit unverändert sozialem Auftrag und mit ganzer Kraft nach vorn blicken Vorstand und Aufsichtsrat der Wohnungsbaugenossenschaft Marktoberdorf eG optimistisch in die Zukunft.

Das Geschaffene der vergangenen Jahre konnte nicht ein Einzelner leisten. Es war nur in Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich.

Der Vorstand dankt daher allen Genossenschaftsmitgliedern, Kunden und Geschäftspartnern für das entgegengebrachte Vertrauen. Unsere genossenschaftliche Arbeit verbindet uns mit der Stadt und dem Landkreis. Wir danken allen dort Verantwortlichen für die gute Zusammenarbeit. Dem Aufsichtsrat danken wir für die wertvolle Beratung und Unterstützung.
Dank gilt auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Leistung.

ADRESSE

Froelichstrasse 5
87616 Marktoberdorf
Telefon: (08342) 9617-0
Fax: (08342) 9617-17
Email: info@wb-mod.de

Notfallnummer Hausmeister: (08342) 9617-77
Für eigene Objekte der WBG und im Rahmen
von betreuten Hausmeisterobjekten.

ÖFFNUNGSZEITEN

Montag:

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Freitag:
08.00 - 12.00 Uhr
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ACHTUNG! Vom 24.12.2018 bis 06.01.2019 ist unserer Büro geschlossen.
Im dringenden Notfall Telefon 08342-9617 77 Hausmeister der WBG!
Bitte beachten:
Bei Wohnungseigentümergmeinschaften und Mietverwaltungen
ist für Notfälle der jeweils zuständige Hausmeister vorrangig
verantwortlich -  Aushänge sind jeweils im Objekt vorhanden!